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Schilf-Glasflügelzikade effektiv bekämpfen: Betriebe ganzheitlich unterstützen

AMK fasst Beschluss


Hannover. Es ist absehbar, dass die Schilf-Glasflügelzikade aus den südlichen und östlichen Teilen Deutschlands sich weiter nach Norden ausbreitet, was für das Agrarland Niedersachsen als wichtigen Produktionsstandort für den Kartoffel- und Zuckerrübenanbau weitreichende Folgen haben wird. Welche Strategien im Kampf gegen das für die Landwirtschaft so bedrohliche Schadinsekt notwendig sind, diskutierte der Landtag in Hannover bei seiner letzten Sitzung. Neben vielfältigen Fruchtfolgen und Schwarzbrache, müsse auch die Forschung von Bekämpfungsmaßnahmen ausgebaut werden. Forschungspotenziale werden bei Bekämpfungsmethoden auf Basis von Pilzkulturen gesehen, die die Nymphen der Schilf-Glasflügelzikade im Boden angreifen. Aber auch Erfahrungen mit Ablenkstrategien, um die männlichen Zikaden bei der Paarung zu stören, erscheinen erfolgversprechend für die Forschung.

Auch die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder fassten anlässlich ihrer Jahreskonferenz in Baden-Baden hierzu einen Beschluss.

„Die Debatte um Notfallzulassungen für Insektizide, die es derzeit bei der Zikade nur für den Wein- und Beerenanbau gibt, stand im Mittelpunkt. Auch wir sehen dies – neben einer effizienten Forschung und effektiven Anbaumethoden als ein Instrument – im Kampf gegen die Schilf-Glasflügelzikade an. Ich habe mich im Rahmen der AMK aber auch dafür stark gemacht, dass wir uns weiterhin zur Reduktionsstrategie bei chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln bekennen. Auf niedersächsische Initiative hin bekennt sich die AMK im aktuellen Beschluss zu dem auf EU-Ebene und national vereinbarten Ziel, den Einsatz und das Risiko von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, da Artenvielfalt, gesunde Böden, saubere Luft und unbelastetes Wasser zentrale Voraussetzungen für eine langfristige gesicherte Erzeugung gesunder Lebensmittel sind“, unterstreicht Agrarministerin Miriam Staudte.

Dabei müsse der Bund nach Ansicht Staudtes auch die verbesserte Verfügbarkeit biologischer und risikoarmer Pflanzenschutzverfahren voranbringen, neue Techniken fördern sowie Forschung und Innovation und den Wissenstransfer stärken. „Alle Akteure müssen insgesamt und nicht nur adhoc bei der Bekämpfung der Zikade mehr auf Prävention und auch bei geringem Befall auf sofortige Reaktion zum Beispiel durch die Schwarzbrache setzen“, so Staudte.

Der AMK-Beschluss setzt sich für Ausnahmen von den GLÖZ-Vorgaben zur winterlichen Begrünung ein, so dass im Ausbruchsfall mit der Schwarzbrache die Nymphen im Boden ausgehungert werden können.


Weitere Informationen zur AMK gibt es online auf https://www.agrarministerkonferenz.de/

Artikel-Informationen

erstellt am:
01.04.2025

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