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Sieben neue Projekte für die nachhaltige Landentwicklung starten

Flurbereinigungsprogramm 2025-29 mit insgesamt 12 Millionen Euro


Hannover. Landwirtschaftliche Flächen neu ordnen, ländliche Wege ausbauen oder Maßnahmen zum Klima- und Gewässerschutz ergreifen – unter dem Oberziel der ländlichen Neuordnung fördert das Landwirtschaftsministerium ab diesem Jahr sieben neue Flurbereinigungsverfahren mit insgesamt 12 Millionen Euro. Die Verfahren werden von den zuständigen Ämtern für regionale Landesentwicklung Lüneburg und Weser-Ems in den Landkreisen Stade, Cuxhaven, Leer, Friesland, Cloppenburg und Osnabrück bearbeitet.

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Flurbereinigungen sind erprobte Beteiligungsverfahren, an deren Ende eine Win-win-win-Situation entsteht. Landwirtschaft, Naturschutz und Menschen vor Ort profitieren von der Gestaltungskraft, die sich in diesen basisorientierten Prozessen entwickelt. Die Mitarbeitenden unserer Ämter für regionale Landesentwicklung liefern den Sachverstand und die Expertise aus vielen Jahrzehnten, die immer wieder zu gewinnbringenden Interessenausgleichen führt. Ob Gewässerrenaturierung, Biotopvernetzung oder ländlicher Wegebau – die Bevölkerung ist aufgefordert, sich einzubringen.“

Mit vereinfachten Flurbereinigungsverfahren werden vor allem ländliche Wege aus- oder neugebaut, Nutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Natur- und Klimaschutz entflochten und landwirtschaftliche Flächen zusammengelegt („arrondiert“).

Zugleich verwirklichen die neuen Flurbereinigungsverfahren auch ökologische Ziele. Diese sind beispielsweise für die Landkreise

  • Cuxhaven: Fließgewässerentwicklung, Moor-, Klima- und Bodenschutz, Unterstützung von Radwegeplanungen
  • Stade: Fließgewässerentwicklung, Moor- und Klimaschutz
  • Leer: Aufwertung als Biotopverbund, Ausweisung von Retentionsflächen für den Hochwasserschutz
  • Osnabrück: Moor- und Klimaschutz
  • Cloppenburg: Fließgewässerentwicklung, Biotopvernetzung
  • Friesland: Verbesserung der Marschengewässer durch naturnahe Gewässerentwicklung

Flurbereinigungsverfahren unterstützen aber auch die Entwicklung der Region durch beispielsweise die Gemeindeentwicklung für den Tourismus oder die Unterstützung eines geplanten Radweges.

Alle von den Ämtern für regionale Landesentwicklung gemeldeten verbindlichen Projekte haben eine intensive Vorbereitungsphase mit einer engen Bürgerbeteiligung durchlaufen. Die sieben Projekte gliedern sich in sechs „vereinfachte Flurbereinigungsverfahren“ und eine „beschleunigte Zusammenlegung“.

Hintergrund:

Flurbereinigungen in Niedersachsen dienen dem Ziel, die agrarstrukturellen Verhältnisse zu verbessern, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den ländlichen Räumen des Landes durch geeignete Maßnahmen an zukünftige Erfordernisse anzupassen. Daneben erfüllen sie die Aufgabe, flächenbeanspruchende Planungen der öffentlichen Hand durch Bodenordnung und Bodenmanagement zu begleiten, die Landaufbringung sozial verträglich zu gestalten und Konflikte der Landnutzungsansprüche aufzulösen. Die umweltpolitische Bedeutung und der ökologische Nutzen von Flurbereinigungsverfahren werden hierbei besonders bewertet.

Seit 2013 müssen vor Verfahrenseinleitungen ökologische Maßnahmen nachgewiesen werden und sind maßgeblich für die Einleitungsvoraussetzung. Damit werden neben agrarischen Schwerpunkten auch Umwelt und Natur aktiv unterstützt und bilden nachhaltig eine ökologische Verbesserung. Das dazugehörige Flächenmanagement sowie Flächenankauf und Flächentausch werden im Verfahren umgesetzt. Weitere Informationen zu Flurbereinigungsverfahren: https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/themen/entwicklung_des_landlichen_raums/zile_zuwendungen_zur_integrierten_landlichen_entwicklung/verfahrensablaeufe-nach-dem-flurbereinigungsgesetz-50357.html

Artikel-Informationen

erstellt am:
03.04.2025
zuletzt aktualisiert am:
04.04.2025

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